Kräuter- und Früchtetee selber machen

nicht nur für die kalte Jahreszeit

In den Wintermonaten greifen viele Menschen zu wärmenden und wohlriechenden Kräuter- und Früchtetees. Diese Naturprodukte werden aus Früchten oder aus getrockneten Blättern, Blüten und Früchten von Kräutern hergestellt.

Einkauf und Lagerung
Kräuter- und Früchtetees werden als lose Ware, Aufgussbeutel oder sprühgetrocknete Instantprodukte angeboten. Zu den in Tees verwendeten Kräutern zählen Pfefferminze, Melisse, Kamille, Fenchel, Salbei, Lindenblüte, Brennnessel, Malve (Blüten der Hibiskuspflanze), Mate (Strauch aus Südamerika), Rotbusch (bzw. Rooibos Strauch aus Südafrika) etc. Verwendete Früchte sind Hagebutte, Apfel, Orange, Zitrone, Holunderbeere etc. Mischungen aus verschiedenen Kräutern und Früchten ergeben eine große Vielfalt beim Teegenuss. Teekräuter sollten am Besten trocken, lichtgeschützt und geruchsneutral gelagert werden, damit sie ihr Aroma nicht verlieren.

Zubereitung
Bei loser getrockneter Ware wird 1 Teelöffel pro Tasse gerechnet. Ein Teebeutel reicht für 1-2 Tassen, je nach Geschmack. Kräutertees können auch aus frischen Blättern hergestellt werden. Dann reichen oft 2 – 3 Blätter pro Tasse. Übergießen Sie die Kräuter oder Früchte mit sprudelndem, kochendem Wasser. Dadurch werden eventuell vorhandene Keime abgetötet.

Am besten eignet sich weiches Wasser. Chlorhaltiges und hartes Wasser sollte 2 – 3 Minuten kochen, bevor der Tee damit aufgebrüht wird. Dadurch kann ein Teil des Chlors entweichen und der Kalk setzt sich ab. Bei sehr kalkhaltigem Wasser hilft ein Wasserfilter mit Ionenaustauscher. Die Ziehdauer beträgt je nach Teeart 5 – 10 Minuten. Entfernen Sie anschließend die Teebeutel oder sieben Sie den Tee ab. Manche Sorten wie z.B. Pfefferminztee können sonst bitter werden oder verfärben sich wie der Lindenblütentee.

Tipp: Verfeinern Sie Früchte- oder Kräutertees durch weitere Zutaten wie Fruchtsaft, Zitrone, Orange oder Honig.

Teekräuter aus dem eigenen Garten
Der beste Erntezeitpunkt für Blätter, Blüten und Stiele ist der Frühsommer, kurz vor dem Blühen. Die ersten Blättchen können Sie im zeitigen Frühjahr und die letzten im späten Herbst ernten. Die beste Zeit zum Ernten ist am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist.

Säubern Sie die frisch geernteten Kräuter von fremden Pflanzen und schadhaften Pflanzenteilen. Waschen Sie die Kräuter nur im Notfall. Zum Trocknen eignen sich Gitterroste und Tücher oder Sie binden kleine Büschel zusammen, die Sie kopfüber aufhängen. Der Raum sollte möglichst dunkel, trocken, staub- und geruchsfrei sein. Am Licht getrocknet verlieren die Kräuter ihre Farbe, ist es zu heiß, werden ihre Wirkstoffe zerstört. Bei Kälte und Feuchtigkeit kann sich Schimmel bilden. Das Trocknen ist abgeschlossen, wenn die Pflanzenteile beim Drücken knistern. Streifen Sie die trockenen Blätter von den Stielen und bewahren sie in Gläsern oder Baumwollsäckchen auf.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Kräutertees helfen je nach Auswahl bei Husten und Magen-Darm-Problemen (Fenchel), bei Entzündungen (Kamille), bei Nervosität und Stress (Lavendel), Übelkeit und Brechreiz (Pfefferminze) und bei Halsschmerzen (Salbei). Hauptwirkstoffe sind meist ätherische Öle. Mit Ausnahme von Matetee enthalten Kräuter- und Früchtetees kein Koffein. Manche Kräutertees liefern Vitamine und Mineralstoffe, z.B. Vitamin C in Hagebuttentee oder Silizium und Kalium im Brennnesseltee. Für die Deckung des Nährstoffbedarfs sind die Mengen in den Tees jedoch ohne Bedeutung.

Tipp: Als Heißgetränk oder als kalte Erfrischung sind Kräuter- und Früchtetees ein kalorienfreier Genuss und gut geeignet den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Wechseln Sie öfter mal die Sorte, um ein breiteres Spektrum an Wirkstoffen aufzunehmen.
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum